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Sonniger Tag

Bit rieb sich die Augen als ihm kecke Sonnenstrahlen, die durch die runde Öffnung in der Giebelwand fielen, im Gesicht kitzelten. Etwas verschlafen und mit steifen Knochen hockt er sich auf den Rand des Kanapees und langsam wurde ihm bewusst, wo er sich befand.
Der gestrige Abend kam ihm in den Sinn. Ein Lächeln breitete sich in seinem Gesicht aus und er reckte und streckte sich. Er schloss die Augen und ließ den gestrigen Abend und Heimweg vor seinem geistigen Auge, Revue passieren.
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Untergehakt waren Anke und er nach einem lustigen Abend in der Gemeindeschänke, den kurzen Weg auf sein Häuschen zu geschlendert. Beide schwiegen und hingen ihren Gedanken nach. Hin und wieder lugte die Sichel des Mondes zwischen den Wolkenfetzen hervor. Leicht fröstelnd öffnete er die Haustür und geleitete Anke zu ihrem Nachtlager. Er verbeugte sich vor ihr, gab ihr einen dezenten Handkuss und wünschte ihr eine angenehme Nachtruhe. Er begab sich in sein Schlafgemach, kramte ein paar Decken zusammen, setzte sich auf seine Bettkante und lauschte den leisen Geräuschen, die aus dem Nebenraum drangen. Als diese verebbten, schlich er auf Zehenspitzen, das Bündel Decken unter dem Arm an der, hoffentlich schon eingeschlafenen Anke vorbei, begab sich in die Diele und versuchte, ohne Geräusche zu machen, die steile Stiege zum Dachboden zu erklimmen. Es dauerte eine ganze Weile, bis er vorsichtig Stufe um Stufe hinter sich gebracht hatte. Der Rest war ein Kinderspiel. Achtlos räumte er das Kanapee frei, legte sich drauf und deckte sich ein. Da das Kanapee nicht so recht zu seiner Länge passte, musste er, notgedrungen, mit einer Hockstellung vorlieb nehmen. Dennoch dauerte es nicht lange, bis ihn die Müdigkeit übermannte und er von Anke träumend einschlief.
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Er stand auf und blickte sich um. Eigentlich, dachte er, sollte ich diesen Raum zu meiner Schreibstube machen. Groß genug war der Dachboden ja. Erstreckte er sich doch über die gesamte Länge und Breite des Hauses und Einrichtungsgegenstände staubten auch vor sich hin. Leise ging er hinunter in die Küche, wo er einen Teil mit einem Vorhang, hinter dem sich alles notwendige für die tägliche Wäsche befand, abgetrennt hatte. Schnell entledigte er sich seiner Kleidung, stellte sich in den Bottich und ärgerte sich jedes mal aufs Neue, dass das Wasser so kalt war. Aber immerhin, es erfrischte. Nur mit einem Wickeltuch um die Hüften machte er sich daran, den Herd anzufachen. Widerwillig und widerborstig ließ der es mit sich geschehen. Als das Feuer flackerte, zog er sich dann an und bereitete alles für ein Frühstück vor. Dann schlich er auf leisen Sohlen in das Zimmer wo Anke ihr Nachtlager hatte.
Sie lag leicht seitlich und ihr Kopf ruhte auf einer Hand. Gleichmäßig ging ihr Atem und ihr Gesicht wirkte entspannt und glücklich. Er küsste seinen Zeigefinger und stubste ihr damit ganz dezent auf die Nasenspitze. Mit ihrer freien Hand wischte sie grummeln darüber, so als wolle sie eine lästige Stubenfliege fort wischen. Er schmunzelte, welch ein schöner und lustiger Anblick das war.
So leise wie er gekommen war, zog er sich wieder in die Küche zurück. Er war sich sicher, dass sie alsbald aufwachen und sich zu ihm gesellen würde.