Zu Ansbach am 30. Januar 1459, Blanchegreenley
Bit war gerade dabei sich auf den Dachboden zu begeben, um sich nach weiteren Gegenständen umzuschauen. Zwei brauchbare Stühle und einen klapprigen Tisch hatte er schon nach unten in die Stube bugsiert. Gerade als er versuchte die schwere Falltür hochzustemmen, hörte er ein Klopfen an der Haustür. Er war davon so überrascht, dass er die Klappe laut fallen ließ und mit lautem Poltern die Stiege hinunter eilte.
Wer das wohl sein mag, fragte er sich.
Er öffnete die Haustür
und erblickte Blanche, die ein Körbchen an ihrem rechten Arm trug.
Bit war so verdattert, das er mehr stammelnd als flüssig redend ein
„Oh, Blanche du hier, welch Überraschung."
herausbrachte. Nachdem er seine Fassung wieder fand, nahm er ihre
freie Hand, verbeugte sich und deutete einen Handkuss an.
„Herzlich
willkommen in meinem bescheidenen Heim. Zu meinem Bedauern muss ich
aber erwähnen, dass ich derzeit nur zwei Stühle und einen Tisch
mein eigen nenne. Aber bitte, du bist mir sehr willkommen.“
Er hielt ihre Linke und geleitete sie in die gute Stube. Tisch und Stühle hatte er vor den Kamin platziert, in dem ein wärmendes Feuer vor sich hin flackerte. Freundlich bot er ihr einen Stuhl an und setzte sich, nachdem auch sie sich hin gesessen hatte, auf den gegenüberliegenden stehenden Stuhl.
Freundlich begann er zu plaudern: „Es freut mich sehr, dass du zu Besuch gekommen bist. Es ist schön länger als ein Jahr her als sich unsere Wege kreuzten.“ Er schüttelte mit dem Kopf: „Wie die Zeit dahin rast. …... Leider kann ich dir nicht mehr anbieten als den Stuhl und diesen klapprigen Tisch. Ich bin heute erst hier eingezogen, habe die letzten Tage damit zu gebracht, die Räume instand zu setzen.“
Lächelnd fügte er hinzu: „Wenn du dich etwas ausgeruht hast, dann würde ich dir gern, so du möchtest, die anderen Räume zeigen.“
Zufällig senkte er den Blick auf seine Kleidung, die vom Wühlen auf dem Dachboden voller Staub war. Jetzt war es zu spät sich abzuklopfen, dachte er und machte ein verlegenes Gesicht als er Blanche erneut ins Gesicht schaute.
Nachdem
sie geklopft hatte, vernahm sie ein beunruhigendes Gepolter im Haus.
Ohje, ob sie Bit so erschreckt hatte, dass er nun sein Haus
zerlegte?! Sie hoffte nicht. So wartete sie, ob er die Tür öffnen
würde, oder ob sie gleich die Tür würde einrennen müssen...
Doch zum Glück erschien er soweit gesund und munter an
der Tür, über und über mit Staub bedeckt. Ein Lächeln erschien
auf ihren Lippen und sie deutete einen Knicks an:
"Hallo
Bit, ich hoffe ich komme nicht ungelegen? Wenn ich schon mal in
Ansbach bin, dachte ich, ich muss mal bei dir vorbeischauen."
Sie folgte ihm in die
Stube und überreichte ihm ihren Korb schmunzelnd
"Ich
glaube der kommt gerade recht. Und es macht überhaupt nichts. Ich
gebe mich mit allem zufrieden. Und es würde mich freuen, dein Heim
näher betrachten zu dürfen. Muss ich doch wissen wo ich in Ansbach
Unterschlupf finde im Notfall"
Frech
zwinkerte sie ihm zu.
Bit nimmt den Korb mit staunendem Blick entgegen, bedankt sich stotternd und stellt ihn auf Tisch. Bit entschuldigte sich für einen Augenblick verschwand in die Diele und kam mit zwei sauberen Bechern aus Ton zurück. Er öffnete eine der Flaschen und goss zuerst ein wenig in ihren Becher. Blanche nippte daran, nickt ihm zu und er füllte beide Becher nicht ganz voll auf. Sie plauderten eine Weile über die alten Zeiten und das, was noch kommen würde.
Dann reichte er ihr seine Hand und führte sie in den anliegenden Raum. „Das wird mein ganz privater Raum, meine Schreib- und Studierkammer.“
Er ließ ihr genügend Zeit, damit sie sich umschauen konnte. Danach betraten sie einen weiteren Raum, den er als sein Schlafzimmer bezeichnete. In einer Ecke lagen ein paar flach auf den Boden mit Stroh gefüllte Säcke.
Sie verließen den Raum durchquerten die beiden anderen und er zeigte ihr die kleine aber schnuckelige Küche.
Nach geraumer Zeit, saßen sie wieder gemeinsam Tisch und prosteten sich zu.
Blanche
fand es sehr schön mit Bit zusammen zu sitzen und in Erinnerungen zu
schwelgen. Auch von seiner langen Reise erzählte er ihr. Gebannt
lauschte sie ihm.
Als er sie anschließend durchs Haus
führte, wusste sie, dass er es sich hier sehr gemütlich einrichten
würde. Fast fand sie es schade, dass sie schon weiterreisen würden.
Doch die Heimat rief sie....
Aber sie wünschte sich, dass es
nicht nochmal so lange dauern würde, bis sie sich wiedersehen
würden.
Einige Zeit später, als es Zeit für sie war
abzureisen, verabschiedete sie sich von dem Freund mit einer lieben
Umarmung.
