Diese
Reise stand unter keinem guten Stern. Wir sind zwar zügig gefahren.
Ich gönnte weder den Mitfahrenden, meinem Gaul noch mir allzu lange
Pausen. Warum das so war, weiß ich immer noch nicht.
Unterwegs
wechselten wir kaum ein Wort. Wohl aber die beiden, Hexi aus
Rottweil, derentwegen ich die Fahrt unternahm, und ein junger Mann,
den wir unterwegs aufgegabelt hatten. Golmar oder so ähnlich ist
wohl sein Name. Mein Planwagen leistete uns bis hinter Zollern gute
Dienste. Um nicht allzu viel Zeit zu verlieren, wechselten der junge
Kerl und ich auf dem Kutschbock ab.
Irgendwie
war ich während der ganzen Fahrt über mürrisch. Ich beobachtete die
blonde Frau, die wahrlich in keiner guten Verfassung war. Sie schien
mir krank, verbittert, verängstigt, verlassen. Zu mehr als einer den
Tageszeiten angepassten Begrüßung langte es bei mir nicht.
Ungefähr
auf halben Wege von Ansbach nach Rottweil, es kann auch etwas mehr
als die Häfte gewesen sein, ging der werten Hexi, der Proviant zu
Neige. Ich hatte meinen Proviant, wie ich es immer tat, wohl
kalkuliert. Der junge Mann und ich besannen uns nicht lange und gaben
ihr von unserem Proviant etwas ab.
Nun hieß
es, noch weniger Rast zu machen und zu versuchen, Rottweil so schnell
als möglich zu erreichen. Die gute Frau brauchte dringeng ein festes
Dach über dem Kopf, ein warmes Bett und Freunde, die sie zu betreuen
wussten.
Auf der
letzten Etappe trieb ich meine Braune um so mehr an.
Kaum
hinter Zollern passierte es dann. Ein Rad des Planwagens zerbrach.
Zum Glück war es nur das Rad und weder Achse noch Deichsel.
Obwohl
ich unter dem Wagen immer ein Ersatzrad dabei hatte und ich sofort
mit dem Wechseln begann, dauerte es den beiden zu lange. Dann würden
sie wahrscheinlich erneut einen Tag verlieren, sagten sie. Ich zuckte
mit den Schultern, wies ihnen den Weg, und rief ihnen, während ich
ihnen nachwinkte noch zu: „Wir werden uns bestimmt wiedersehen.“
Es wurde
abend, bis ich das Rad gewechselt hatte. Es war eher eine notdürftige
Reparatur als eine fachmännische. Um weiter nach Rottweil zu ziehen,
dafür war es zu spät. Also zurück nach Zollern.
Bevor
ich mich nach einer Herberge umsah, suchte ich einen Schmied auf, der
die Reparatur erst machen wollte, wenn ich ihm seinen Lohn zeigte.
Griesgram fürchterlicher, dachte ich, zeigte ihm aber was ich
gedachte, zu zahlen.
Der
schüttelte nur mit dem Kopf: „Was seid ihr nur für ein Lump.
Einen wie mich so schäbig entlohnen zu wollen. Ich habe Frau und
einen Stall voll hungriger Mäuler zu stopfen.“
Schweren
Herzens griff ich erneut in mein Säckel und zeigte ihm den Rest
meiner Reisekasse. Seine Augen leuchteten auf und er nickte. Wir
schlugen ein und der Handel war gemacht.
Nun
stand ich da, keinen roten Heller in der Tasche, der Proviant
aufgebraucht und noch eine Tagesreise bis nach Rottweil.
