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Zu Zollern, 29. April 1460

Diese Reise stand unter keinem guten Stern. Wir sind zwar zügig gefahren. Ich gönnte weder den Mitfahrenden, meinem Gaul noch mir allzu lange Pausen. Warum das so war, weiß ich immer noch nicht.
Unterwegs wechselten wir kaum ein Wort. Wohl aber die beiden, Hexi aus Rottweil, derentwegen ich die Fahrt unternahm, und ein junger Mann, den wir unterwegs aufgegabelt hatten. Golmar oder so ähnlich ist wohl sein Name. Mein Planwagen leistete uns bis hinter Zollern gute Dienste. Um nicht allzu viel Zeit zu verlieren, wechselten der junge Kerl und ich auf dem Kutschbock ab.
Irgendwie war ich während der ganzen Fahrt über mürrisch. Ich beobachtete die blonde Frau, die wahrlich in keiner guten Verfassung war. Sie schien mir krank, verbittert, verängstigt, verlassen. Zu mehr als einer den Tageszeiten angepassten Begrüßung langte es bei mir nicht.
Ungefähr auf halben Wege von Ansbach nach Rottweil, es kann auch etwas mehr als die Häfte gewesen sein, ging der werten Hexi, der Proviant zu Neige. Ich hatte meinen Proviant, wie ich es immer tat, wohl kalkuliert. Der junge Mann und ich besannen uns nicht lange und gaben ihr von unserem Proviant etwas ab.
Nun hieß es, noch weniger Rast zu machen und zu versuchen, Rottweil so schnell als möglich zu erreichen. Die gute Frau brauchte dringeng ein festes Dach über dem Kopf, ein warmes Bett und Freunde, die sie zu betreuen wussten.
Auf der letzten Etappe trieb ich meine Braune um so mehr an.
Kaum hinter Zollern passierte es dann. Ein Rad des Planwagens zerbrach. Zum Glück war es nur das Rad und weder Achse noch Deichsel.
Obwohl ich unter dem Wagen immer ein Ersatzrad dabei hatte und ich sofort mit dem Wechseln begann, dauerte es den beiden zu lange. Dann würden sie wahrscheinlich erneut einen Tag verlieren, sagten sie. Ich zuckte mit den Schultern, wies ihnen den Weg, und rief ihnen, während ich ihnen nachwinkte noch zu: „Wir werden uns bestimmt wiedersehen.“
Es wurde abend, bis ich das Rad gewechselt hatte. Es war eher eine notdürftige Reparatur als eine fachmännische. Um weiter nach Rottweil zu ziehen, dafür war es zu spät. Also zurück nach Zollern.
Bevor ich mich nach einer Herberge umsah, suchte ich einen Schmied auf, der die Reparatur erst machen wollte, wenn ich ihm seinen Lohn zeigte. Griesgram fürchterlicher, dachte ich, zeigte ihm aber was ich gedachte, zu zahlen.
Der schüttelte nur mit dem Kopf: „Was seid ihr nur für ein Lump. Einen wie mich so schäbig entlohnen zu wollen. Ich habe Frau und einen Stall voll hungriger Mäuler zu stopfen.“
Schweren Herzens griff ich erneut in mein Säckel und zeigte ihm den Rest meiner Reisekasse. Seine Augen leuchteten auf und er nickte. Wir schlugen ein und der Handel war gemacht.
Nun stand ich da, keinen roten Heller in der Tasche, der Proviant aufgebraucht und noch eine Tagesreise bis nach Rottweil.