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Von Bruges nach Ansbach

Zu Heilbronn am Samstag 28. März 1474

13. März – Der einsame Aufbruch
Ich habe Brügge im Rücken gelassen. Der Abschied von den Kais war leise; niemand ruft einem Matrosen hinterher, der keine Vergangenheit hat. Der Weg nach Tournai war einsam. Nur das Klappern meiner eigenen Stiefel und das Pfeifen des Windes leisteten mir Gesellschaft. In der Stille dieser ersten Meilen spürte ich es wieder – dieses unsichtbare Band, das mich zieht. Ich weiß nicht, wer die Fäden hält, aber ich weiß, dass ich mich nicht mehr verstecken kann.

Tournai – Die Begegnung
In Tournai kreuzten sich meine Pfade mit einer Frau, die so fest in den Stiefeln steht, wie ich es mir nur wünschen kann: Sara Sophie. Sie führt eine Gruppe an, die so verschieden ist wie die Dialekte in Flandern. Sie nahm mich auf, und plötzlich war das „Bit“, das in Ansbach zwischen Fieber und Erschöpfung bei Erdmute und Daggi geboren wurde, nicht mehr allein. Ein „Bit“-tersüßer Moment, die Einsamkeit gegen die Gemeinschaft einzutauschen.

Die Reisegruppe
Die Reisegruppe
Von rechts nach links: Alfredo Nunzio, Nik Shakur, Inge Weise,
Blix, Akarina, Comonor, Sara Sophie und Bit

14. – 18. März – Die flandrischen Kreise
Unter Sara Sophies Führung zogen wir über Dunkerque zurück nach Brügge und weiter nach Gent und Antwerpen. Der Frühling kündigt sich zaghaft an; die Luft riecht nach Aufbruch. Ich beobachte die Gruppe: Comonor, Nick Shakur, Akarina, Blix, Alfredo Nunzio und die kluge Inge Weise. Jeder hat ein Ziel. Ich habe nur diesen Weg.

19. März – Das Landgasthaus vor Heusden
Ein versteckter Ort, fernab der neugierigen Blicke. Sara Sophie kennt die Pfade, die kein Häscher so leicht findet. „Ein Landgasthaus ist wie ein gutes Wortspiel“, sagte ich beim Essen, „man muss es im richtigen Moment finden.“ Wir lachten, aber mein Blick wanderte zur Tür. Man wird den Argwohn nicht los, wenn man nicht weiß, warum man eigentlich flieht.

21. – 23. März – Brücken und Wälder
Wir überquerten Holzbrücken, die unter der Last unserer Gruppe ächzten. In den Landgasthäusern tief im Wald, wo der Bärlauch die Luft würzt und die Buchen ihre ersten grünen Spitzen zeigen, fühlte ich mich sicher. Sara Sophie mahnte uns ständig, an den Proviant zu denken. „Wer nicht isst, der ‚brückt‘ nicht“, witzelte ich, doch in Wahrheit war ich dankbar für ihre Fürsorge. Sie erinnert mich an die Frauen in Ansbach, die mir meinen Namen gaben, als ich selbst keine Stimme mehr hatte.

24. – 26. März – Durch das blühende Land
Von Frankfurt über die Hügel von Aschaffenburg bis nach Buchen. Die Landschaft wird weiter, das Licht goldener. Die Obstbäume bereiten sich auf ihr großes weißes Fest vor. Die Welt erwacht, und mit ihr wächst in mir das Gefühl, dass Heilbronn mehr sein wird als nur ein weiterer Halt.

27. März – Heilbronn: Ankunft am Ziel
Wir sind da. Pünktlich zur Wahl stehen wir auf dem Boden von Württemberg. Ich bin zum Gästebuch getreten, habe den Federkiel in die Tinte getaucht und meine Zeilen hinterlassen. „Seid gegrüßt...“ Ein einfacher Gruß von einem Mann, der seinen echten Namen vergaß und als Bit wiederauferstand.

„Omnia tempus habent“ (Alles hat seine Zeit)

Die Zeit des Versteckens in Brügge ist vorbei. Die Zeit des Wanderns mit Sara Sophie hat mich hierher geführt. Jetzt beginnt die Zeit von Heilbronn.