Es war zur Mittagszeit als wir, Luise, ihre Gruppe und ich, am Wegesrand eine Verschnaufpause einlegten. Luise hatte ich zuvor vor zwei Tagen oder waren es schon vier, in Rottweil kennengelernt.
Wir kamen flott ins Gespräch und da sie mir erzählte, dass sie in ihrer Funktion als Ordensschwester nach Ansbach wolle, klingelte was in meinem Kopf und ich sagte kurzerhand, dann begleite ich euch. Sie überlegte auch nicht lange und war damit einverstanden.
Sonntags sollte es los gehen aber nun muss ich schmunzelnd gestehen, ist es Dienstag geworden. Na egal, was soll es. Ich habe ja Zeit und irgendwie bin ich zuversichtlich, dass wir es in angemessener Zeit nach Ansbach schaffen.
Als sie weiter wollten, Luise, Sir_earl_grey, Dunbar und Hans_von_aachen, sagte ich, weil es mir nicht sonderlich gut ging: „Reitet nur los, ich komme nach. Sie zogen los und ich nickte, weil es so schön warm war unter einem Baum ein. Als ich aufwachte, begann es bereits zu dämmern. Jetzt weiter reiten, macht keinen Sinn, dachte ich, denn es würde für das Pferd und mich viel zu gefährlich.
Ich suchte also eine Bleibe für die Nacht und fand einen Schober, der am Rand einer Wiese stand und in dem noch etwas Maht war. „Gut so.“ Ich haute mich nieder und muss sofort wieder eingeschlafen sein. Die vergangenen Tage in Rottweil waren wohl doch etwas sehr anstrengend gewesen und die vielen Wunden, die ich mir bei dem Duell zugezogen hatte, waren auch nicht ohne.
Zum Glück verstand ich mich mit Wundbehandlung und war froh, dass ich in den dicken Schwarten in den Klöstern vieles darüber gelesen und erlernt hatte.
Als mich eine aufgeschreckte Amsel mit lautem Geschimpfe aufweckte, war es fast Mittag. Mein Magen knurrte und ich schimpfte mit mir, weil ich gedacht hatte, für diesen einen Tag nach Schaffhausen brauchst nix mit zu nehmen.
Das ich mich verirrt haben könnte als ich das Nachtquartier gesucht habe, kam mir erst in den Sinn als ich mich umsah und feststellte, dass die Gegend mir völlig unbekannt war.
Ich winkte nach dem Pferd. Nicht einmal abgesattelt hatte ich sie. Man, dachte ich, dann warst aber fertig.
Ich stieg auf und suchte nach dem Weg zurück nach Rottweil aber weit und breit war nix davon zu sehen. Nur die ungefähre Himmelsrichtung wusste ich und brach bei hereinbrechender Dunkelheit an einer Lichtung die Suche ab. Ich sattelte ab, ließ dass Pferd laufen und suchte mir einen Platz unter einem Baum, der ein einladendes Blätterdach hatte. Einen Augenblick schaute ich dem grasenden Gaul zu. Richtig neidisch war ich auf ihn. Der, es war aber eine sie, fand überall zu fressen. Ich hätte mir ja einen Hasen schießen können aber Pfeil und Bogen besaß ich nicht und gut damit umgehen konnte ich auch nicht. Mit dem Gedanken, muss ich mal wieder üben, schlief ich zutiefst erschöpft ein.
Wieder wurde es Morgen und wieder sattelte ich das Pferd. Nur diesmal suchte nicht ich, sondern ich ließ meine Braune suchen. Ich ließ die Zügel los, gab ihr einen Klaps und sie trottete los.
Wenige Stunden später erreichten wir Rottweil und die Braune steuerte geradewegs den Mietstall an, an der ich sie die Tage untergestellt hatte. Bewundernd tätschelte ich ihr den Hals. „Haste gut gemacht.“, murmelte ich.
Zerlumpt und abgerissen sah ich aus und suchte nach einer Herberge. Ich war fix und fertig, hatte Durst und Hunger, die Glieder schmerzten und besonders die Wunde, die von der Waffe des Gegners seitlich den Brustkorb aufgeschlitzt hatte, blutete wieder. „Ich brauche unbedingt frische Tücher, was zu trinken und zu essen und ein warmes Bett.", murmelte ich. Ich wusste, wo eine Herberge zu finden war und stand nach einer Weile vor ihrer Tür.
Ich klopfte an und hoffte, dass ich trotz meines fürchterlichen Aussehens Einlass finden würde.