Bit war in der Mittagszeit wieder zurück in Ansbach. Mit Pferd und Wagen holperte er dem Marktplatz entgegen. Die große Tonne, die er am Ende des Wagens befestigt hatte, war voller lebender Fische. Er stoppte vor der Auslage eines Fischhändlers, stieg ab und verhandelte kurz mit ihm.
Beide hievten die schwere Tonne vom Wagen und der Händler sah hinein und grinste, wohl im Glauben, dass Bit es nicht sehen würde. Dann drehte er sich zu Bit und die Verhandlung begann. Mit vielen Gesten nahm die Verhandlung seinen Lauf. Nach einer Weile klatschten sich beide gegenseitig dreimal auf die Hand und der Handel war beschlossen. Bit war froh, dass er die Fische los war und dem Händler stand es im Gesicht geschrieben, dass er einen guten Handel gemacht hatte.
Bit stieg wieder auf, hielt vor seinem Häuschen und lud die restlichen Dinge vom Wagen.
Dann fuhr er hinaus zu dem Bauern, der ihm den Wagen geliehen hatte.
Schnell waren Pferd und Wagen versorgt. Bit gab dem Bauern, was der verlangte und trollte sich.
Vor seinem Häuschen angekommen, ging er herum, hielt vor dem Klotz, der immer neben der Remise stand, holte den Schlüssel hervor, ging wieder ums Haus und schloss auf.
Seine sieben Sachen, die vor der Tür lagen, waren flugs in den kleinen Flur geworfen, überall Läden und Fenster geöffnet, um die frische Herbstluft ins Haus zu lassen.
Vom Markplatz drang Gerufe, Gemurmel und andere Geräusche in sein Haus. Er zündete ein Feuer im Kamin seiner guten Stube an und machte es sich in der Sitzecke gemütlich.
Er ließ die letzten, turbulenten Tage in Eichstätt und Ingolstadt Revue passieren.
Das Fischen auf dem See in Eichstätt hatte ihm großes Vergnügen gemacht. Viele gute Freunde waren ihm begegnet und hatten ihn mit einem herzlichen Hallo, willkommen geheißen. Sanclaire, die bis nach Eichstätt mit gereist war, überraschte ihn damit, dass sie vorzeitig zurück nach Ansbach müsse. Darüber war er nicht sehr erfreut, hatte er doch ihrer werten Mutter versprochen, gut für sie zu sorgen und auf sie aufzupassen.
Schweren Herzens ließ er sie ziehen, wünschte ihr viel Glück und hoffte, dass ihr nichts geschehen würde.
Als die Tonne gefüllt war und er im Begriffe war nach Ansbach umzukehren, da erhielt eine Nachricht, die ihn sehr nachdenklich, beklommen und besorgt machte. Die Nachricht lautete schlicht, dass er sofort nach Ingolstadt reisen solle. Mehr aus dem verängstigten Buben nicht heraus zu holen. Kurz hatte er überlegt, warum das ihm so dringlich erschien als ihm sein letzter Brief an die Schneiderin aus Frankfurt einfiel, der unbeantwortet geblieben war. Hatte ihn das schon etwas gesorgt, so war er durch die Nachricht sehr beunruhigt.
Anderntags war er in Ingolstadt. Sein Verdacht, der in ihm aufgestiegen war, wurde bestätigt. Niemand wusste etwas über eine Schneiderin, die kürzlich mit all ihrem Hab und Gut nach Ingolstadt gezogen war.
Bit durchkämmte den ganzen Ort, um nach ihr zu suchen. Aber nahezu vergeblich, nur wenige Spuren fand er. Einige erzählten ihm, dass da eine gewesen wäre, die samt Sack und Pack zu einem Gehöft abseits des Ortes gefahren sei. Er begab sich dort hin. Ein Bediensteter erzählte ihm, dass eine junge Frau hier war und einen voll beladenen Wagen hatte hergebracht. Soweit ich das weiß, war die junge Frau sehr geschwächt und unser Herr brachte sie, sie bewusstlos auffindend, ins hiesige Spital. Mehr weiß ich nicht und ging wieder seiner Arbeit nach.
Im Spital schüttelten alle den Kopf. Nein, die ist nicht hier, hieß es kurz.
Betrübt und erschüttert erstellte er einen Aushang, den er am „Schwarzen Brett“ des Ortes aushing.
Als sein Magen knurrte verließ Bit sein Häuschen, um in der gegenüberliegenden Gaststätte etwas zu sich zu nehmen.
