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Am Markplatz 83, 06. November 1459

Bit hatte nur wenige Tage Zeit, um sich in Ansbach und in seinem Häuschen umzusehen. Unterwegs auf seinem Heimweg freute er sich über den schönen herbstlichen Tag und bewunderte die Farbenfreudigkeit, die ihm die Natur dar bot.
Am späten Nachmittag war er nach Ansbach zurückgekehrt und lächelte als er vor dem Hause stand, das so schien es ihm, wie spöttisch auf ihn und auf den Markt blickte.
„Na mein Mädel?“, Bit nannte alle Gegenstände die ihm lieb waren, sein Mädel, „Hat jemand nach dir geschaut?“ Er schüttelte dabei seinen Kopf: „Wohl kaum, Aliena gibt es nun nicht mehr, so leid es mir für dich tut, mein Mädel.“
Er ging ums Haus herum, langte unter den Klotz, bekam den Schlüssel zu fassen und bewunderte auf dem Rückweg zur Haustür, den nun fast völlig verwucherten Garten.
Ihm gefiel es, was er sah, denn er mochte es anzusehen, wie nach und nach die Gewächse Besitz von der Krume nahmen. Der Brunnen, der einst weithin sichtbar inmitten seines Garten war, war von Sträuchern und Hecken so umwachsen, dass er sich überlegte, wie er dazwischen kam, um aus dem Brunnen Wasser zu schöpfen.
Er wollte sich eine kleine Ruhepause gönnen, bevor er sich ins Getümmel der Schankstuben begeben wollte und machte es sich deshalb in seiner guten Stube gemütlich.
Alles was ihn Wochen zuvor durch den Kopf gegangen war, was er erlebt hatte, war weit, weit weg. Die Studien in den alten Folianten hatten ihn so eingenommen, dass anderes mit Leichtigkeit verdrängt worden war.
Als er so in das flackernde Kaminfeuer blickte, tauchte in den Flammen ein Gesicht auf, dass ihm zulächelte. Er mochte dieses Lächeln, hatte es nie vergessen und es gab ihm, wenn er mal niedergeschlagen war, Zuversicht und Hoffnung.
Er lächelte zurück und es drängte sich die Frage auf, „Wann nimmt er sich denn endlich ein Weib.“, so er Bruder Jakobus in seinen Ohren hörte.
Ausweichend sagte er dann immer: „Ja, vielleicht im Frühjahr.“, wenn es Winter war. War es Frühjahr, dann schob er es in den Sommer, und so weiter und so weiter.
Wenn einer gar nicht locker ließ, dann sagte er, „Geht jetzt noch nicht. Ich habe doch nichts, was ich einem Weibe bieten könnte. Erst wenn ich wohlhabender als jetzt bin, werde ich auf Freiersfüßen wandeln.“
Wenn er darauf angesprochen wurde, dann lächelte er dabei so entwaffnend, dass ihm seine Flunkerei nicht übel genommen werden konnte.

Anm. des Redakteurs: Manchmal sagte Bit auch sybillinisch: „Als ich wollte, habe nicht gekonnt. Als ich konnte, habe ich nicht mehr gewollt.“