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Zu Zollern am 11.06.1460


Endlich, ich war auf dem Heimweg. Mich beunruhigte, dass sich Helene meine Haushälterin nicht mehr meldete und meine Botschaften unbeantwortet blieben.
Hoffentlich ist nichts passiert, dachte und betete ich.
Ich machte einen kurzen Spaziergang in den Ort hinein, um eine Mahlzeit zu mir zu nehmen und war erstaunt, dass ich, im Gegensatz zu meinem letzten Besuch, auf Einheimische stieß. Hier die Konterfeis.

Jixx, war völlig aus dem Häuschen als ich meinen Namen nannte. Ich ebenso, woher kannte sie den, woher mich. Dann stellte sich heraus, dass wir mal Nachrichten ausgetauscht hatten, aus welchen Gründen auch immer, sie aber damals mit einem Pseudonym unterschrieb, was ich offentsichlich nicht gemacht hatte, denn sonst hätte sie nicht so überrascht sein können.
Jixx ist 'ne ulkige Nudel und die Mittagspause war ein kurzweiliger Zeitvertreib. Sie ist nicht auf den Mund gefallen und überraschte mich mit einem Angebot, welches ich in der Art noch nie gehört hatte. Ich versuch's mal wiederzugeben.
„Bleib hier. Heirate mich und schenk mir ein Kleid." Wenig später, „Wenn ich das Kleid habe und eine schöne Hochzeitsfeier hatte, kannst wieder gehen."
Wirklich Leuts, so einen Heiratsantrag habe ich noch nie gehört. Um es kurz zu machen, schöne Mittagspause.
Danach schlenderte ich zu meinem Wagen zurück, um noch ein kleines Mittagsschläfchen zu machen.
Dazu kam es nicht, weil ich eine von Tibors Truhen öffnete und darin zu kramen begann.
Ich begann zu lesen. Die Überschrift lautete: „Tibors Memoiren. Zu Rottweil, aufgezeichnet A.D. 1459von Sebastianus"
Ich las und las und las. Es führte mich weit in meine Vergangenheit zurück und verlorene Erinnerungen kehrten zurück.
Als ich das Blatt senkte, um eine Pause des Nachdenkens einzulegen, fiel mein Blick auf die vergilbte Ecke eines Blattes. Ich zog es heraus und war vom Donner gerührt.
War er es wirklich, der meine Mutter gemordet hatte. Hier stand ja, dass er der Tat verdächtigt wurde und als man mich damals aus der Klosterschule jagte, lief das Gerücht um, dass meine Mutter ermordet worden sei, was ich nie glauben mochte. Später wurde mir zugeraunt, dass es wohl Tibor mein Lehrer gewesen sei. Schon damals stand für mich fest, dass ich ihn suchen und finden würde und es ihm heimzahlen würde.

Ich legte beides wieder in die Truhe zurück. Für heute war es mir zuviel weiter in der Vergangenheit zu graben.
An ein Nickerchen war nicht mehr zu denken, zu aufgewühlt war ich. Ich wollte mich ablenken, lief wieder in den Ort und sah mich nach einer Arbeit um.