Endlich, ich war auf dem Heimweg. Mich
beunruhigte, dass sich Helene meine Haushälterin nicht mehr meldete
und meine Botschaften unbeantwortet blieben.
Hoffentlich ist nichts passiert,
dachte und betete ich.
Ich machte einen kurzen Spaziergang in
den Ort hinein, um eine Mahlzeit zu mir zu nehmen und war erstaunt,
dass ich, im Gegensatz zu meinem letzten Besuch, auf Einheimische
stieß. Hier die Konterfeis.
Jixx, war völlig aus dem Häuschen
als ich meinen Namen nannte. Ich ebenso, woher kannte sie den, woher
mich. Dann stellte sich heraus, dass wir mal Nachrichten ausgetauscht
hatten, aus welchen Gründen auch immer, sie aber damals mit einem
Pseudonym unterschrieb, was ich offentsichlich nicht gemacht hatte,
denn sonst hätte sie nicht so überrascht sein können.
Jixx ist 'ne ulkige Nudel und die
Mittagspause war ein kurzweiliger Zeitvertreib. Sie ist nicht auf den
Mund gefallen und überraschte mich mit einem Angebot, welches ich in
der Art noch nie gehört hatte. Ich versuch's mal
wiederzugeben.
„Bleib hier. Heirate mich und schenk mir ein Kleid." Wenig später, „Wenn ich das Kleid habe und eine schöne Hochzeitsfeier hatte, kannst wieder gehen."
„Bleib hier. Heirate mich und schenk mir ein Kleid." Wenig später, „Wenn ich das Kleid habe und eine schöne Hochzeitsfeier hatte, kannst wieder gehen."
Wirklich Leuts, so einen Heiratsantrag
habe ich noch nie gehört. Um es kurz zu machen, schöne
Mittagspause.
Danach schlenderte ich zu meinem Wagen
zurück, um noch ein kleines Mittagsschläfchen zu machen.
Dazu kam es nicht, weil ich eine von
Tibors Truhen öffnete und darin zu kramen begann.
Ich begann zu lesen. Die Überschrift
lautete: „Tibors Memoiren. Zu Rottweil, aufgezeichnet A.D. 1459von Sebastianus"
Ich las und las und las. Es führte
mich weit in meine Vergangenheit zurück und verlorene Erinnerungen
kehrten zurück.
Als ich das Blatt senkte, um eine
Pause des Nachdenkens einzulegen, fiel mein Blick auf die vergilbte
Ecke eines Blattes. Ich zog es heraus und war vom Donner gerührt.
War er es wirklich, der meine Mutter
gemordet hatte. Hier stand ja, dass er der Tat verdächtigt wurde und
als man mich damals aus der Klosterschule jagte, lief das Gerücht
um, dass meine Mutter ermordet worden sei, was ich nie glauben
mochte. Später wurde mir zugeraunt, dass es wohl Tibor mein Lehrer
gewesen sei. Schon damals stand für mich fest, dass ich ihn suchen
und finden würde und es ihm heimzahlen würde.
Ich legte beides wieder in die Truhe
zurück. Für heute war es mir zuviel weiter in der Vergangenheit zu
graben.
An ein Nickerchen war nicht mehr zu
denken, zu aufgewühlt war ich. Ich wollte mich ablenken, lief wieder
in den Ort und sah mich nach einer Arbeit um.

