Er warf ihr einen kurzen Blick zu, murmelte etwas, wie Guten Morgen und deute mit seinem Zeigefinger hinter sich in den Planwagen hinein. Hexi verstand die Geste und sie lief um den Planwagen und kletterte auf die Ladefläche, wo sie sie einen Mann erblickte, der schlafend auf der Pritsche lag. Tief hatte er seinen Hut in das Gesicht gezogen. Kaum das sie auf der Ladefläche stand, gab Bit dem Pferd das Kommando los zu ziehen. Der Wagen setze sich mit einem Ruck in Bewegung. Noch bevor sie sich irgendwo festhalten konnte, stolperte sie und hockte sich dabei hin. Kopfschüttelnd und mit einem tiefen Seufzer, sah sie zu Bit und hätte ihm am liebsten, die Meinung gegeigt. In diesem Augenblick drehte Bit sich herum, der in einer mönchsähnlichen Kutte steckte, den Kopf herum drehte und zu ihrem Erstaunen zu ihr sagte. „ Alles in Ordnung? Noch bevor sie eine Antwort darauf geben konnte, drehte er sich um und beschleunigte die Fahrt. Hexi beugte sich dem Schicksal und fing an, es sich auf der Ladefläche bequem zu machen. Sie war überrascht, was sie hier auf der Ladefläche vorfand. Neben ein paar Strohsäcken, fand sie auch einige warme Wolldecken.
Trotz der Plane, fegte der kalte Wind hin durch, als hätte der Wagen kein Dach. Es war feuchtkalt und neblig. Sie wickelte sich in eine der Wolldecken und kauerte sich zusammen. Ihre Gedanken an Rottweil, holten sie wieder ein. Immer wieder warf sie einen Blick nach vorne und nach hinten. Sie war froh darüber, trotz aller Widrigkeiten jemanden gefunden zu haben, der sie nach Hause brachte.
Auch wenn sie nicht wusste welche Beweggründe Her Bit hatte, die ihn zu dieser plötzlichen Abreise bewegten, war sie froh und dankbar, dass er auf ihre Bitte eingegangen war.
Die Fahrt entsprach nicht ihren Vorstellungen, Herr Bit war äußerst wortkarg, wenn man Glück hatte, grüßte er der Tageszeit angemessen, seine Mitfahrenden freundlich. Dennoch nahm er keine Rücksicht, trieb sein Pferd auf äußerste an und legte selten eine längere Rast ein. Manchmal reichte die Zeit gerade, um die Notdurft zu erledigen und schon ging es weiter.
Hexis Vorrat an Proviant, reichte nur für drei Tage. Auch Herr Bit hatte seinen Vorrat so kalkuliert, dass es für die Dauer der Fahrt genau ausreichend war. Dennoch bemerkte er, dass sich Hexis Reiseproviant dem Ende zuneigte und er von seinem Proviant abgab. Es reichte gerade dazu, um ihren Hunger notdürftig zu stillen und die Reise durchzustehen.
Gegen Mittag sahen sie schon von weitem die Tore von Rottweil. Ein Gefühl von Freude mischte sich mit dem Gefühl von Unsicherheit und Angst. Die Stadtwachen ließen sie ohne weitere Beachtung und Murren passieren. Hexi erklärte Herrn Bit, den weiteren Weg und bat ihn dort hin zu fahren, um beide dort abzusetzen. Während der langen Fahrt hatte sie sich mit dem Fremden angefreundet. Zwischen Schlafen, vor sich hin dösen, hatte sie immer mal ein nettes Gespräch mit ihm. Sie traute sich nicht Herrn Bit anzusprechen, weil diesen so etwas wie die Aura von Unnahbarkeit umgab. So erschien es ihr zumindest. Vor dem ihm beschriebenen Ziel, stoppte der Wagen. Der Fremde hievte sich hoch, reichte Hexi die Hand und half ihr vom Wagen. Er drehte sich um und nahm beider Bündel an sich. In diesem Augenblick, drehte sich Herr Bit um, winkte beiden zu und sagt so etwas wie, „Sicherlich werden wir uns noch einmal begegnen.“ Hexi wollte sich in beider Namen bei Bit herzlich bedanken, als dieser seine Hand hob, winkte und abfuhr. Verwundert über sein seltsames Benehmen blickte sie ihm nach. Gerne hätte sich bei ihm bedankt, doch gab er ihr da keine Chance zu. Welche Beweggründe hatte Bit nur, das er sich so benahm? Schulterzuckend und nachdenklich schaute sie den Wagen hinterher. Hexi lud den jungen Mann ein, mit ihr in eine Schänke zugehen. Sie brauchte jetzt dringen, etwas zu Essen, zu Trinken und Gesellschaft.
Zu sehr war sie von den Vorkommnissen, der Wochen zuvor und der nahezu unheimlichen Fahrt beeindruckt. Wenn sie nicht genau gewusst das Bit vorne auf dem Bock gesessen hätte, hätte sie angenommen, das sie mit dem Sensenmann ihre letzte Reise angetreten hätte, so irreal und gespenstisch, war diese Fahr ohne Rast.
