Nahender Winter
Bit hatte die letzten beiden Wochen genutzt, um sein kleines Häuschen winterfest zu machen. Auf seinen Spaziergängen in die nahe gelegenen Wälder fiel ihm auf, wie reichhaltig der Waldboden an manchen Stellen mit Bucheckern und Eicheln bedeckt war. Es erinnerte ihn daran, dass das als Anzeichen für einen strengen, langen und kalten Winter zu deuten war.
Hier und da hatte er Schindeln ausgewechselt, das eine oder andere Brett erneut befestigt und unter den Schindeln Bretter vernagelt, hinter die er Stroh gestopft hatte.
Somit war der Dachboden, auf dem er sich am liebsten aufhielt, halbwegs gegen die Unbill des kommenden Winterwetters bewehrt. Zum Ende der zweiten Woche mauerte er einen Kamin von dem er hoffte, dass er seinen Dienst an kalten Tagen erfüllen würde.
Häufig saß er auch an seinem Tisch vor dem Fenster, schaute über den Marktplatz und schrieb und las viel von dem, was er im Sommer so erlebt hatte und besonders glitten ihm dabei immer wieder die Gedanken an Rottweil und die letzte Begegnung mit Anke ab.
Häufig ertappte er sich dabei, wie ihr Lächeln, dass er wohl nie vergessen wird, sein Herz erwärmte. Er hoffte inständig, dass es ihr gut ergehen würde.Nun, wohl an, mag der Winter kommen, dachte er bei sich als er an einem schönen, sonnigen Oktobertag sein Häuschen verließ, um durch Ansbach zu schlendern.
Als es dunkelte begab er sich zurück in sein Häuschen, zündete ein Öllämpchen und den Kamin an, machte es sich auf seiner Sitzecke bequem und schlief auch alsbald ein.
Sein trockener Mund weckte ihn nach einiger Zeit auf.
Er hörte noch die Turmuhr 11 schlagen als es ihm in den Sinn kam, für nur ein Bierchen die nächste Kneipe aufzusuchen. Zur Gemeindeschänke war es nicht weit und er betrat die völlig leere Gaststube.
Im Kamin flackerte ein feines Feuer vor sich hin und er suchte sich einen Platz in dessen Nähe. Eine Magd eilte herbei und brachte ihm den gewünschten Krug.
Er genoss beides, die Stille und das erfrischende Bier als sich die Tür zur Schankstube öffnete und ein blonder Schopf hereinlugte.
Zwei lustig anzuschauende blaue Augen blinkten ihm zu und schnell kamen sie ins Gespräch.
Es stellte sich heraus, dass Sanclaire, so hieß der Blondschopf, eine Freundin von Karana war und sie vergnüglich behauptete, ihn schon lange zu kennen.
Es war an ihm, verdutzt darüber nach zu sinnen. Letztendlich stellte sich heraus, dass sie sich im November vor zwei Jahren in Ansbach begegnet waren.
Sie war gerade dort angekommen und er war dort um mit seiner Rivella beider Hausstände aufzulösen.
So kam es, dass aus dem einem Bierchen viele weitere wurden, es sehr spät oder früh wurde, je nach Betrachterblickwinkel als beide lachend und angeheitert die Schankstube verließen.