Bit hatte sich seinen Dachboden, so er glaubte, recht gemütlich hergerichtet. Nachdem er viel Zeit und Arbeit investiert hatte, war aus dem ehemals dunklem und staubigen Verlass ein gemütlicher und anheimelnder Raum geworden. Fenster hatte er an beiden, gegenüberliegenden Stirnwänden des Hause aus dem Gemäuer geschlagen. Aus dem einen Fenster konnte er nach Süden über die anderen Häuser hinweg auf die fernen, bewaldeten Hügel am Horizont blicken. Tageslicht fiel von dort hinein und er konnte, wenn er Lust dazu hatte, nach Belieben nach Norden dem Treiben auf dem Marktplatz zu schauen. Er war's zufrieden.
Selten aber auch mit ein wenig Wehmut dachte er an sein ehemaliges, kleines Häuschen, welches er Monate später nach dem er nach Ansbach gelangte, das eingeklemmt zwischen dem wuchtigen Rathaus und einem Patrizierhaus, erstanden hatte.
Es hatte die Nummer neun und gerne hatte er dort gewohnt. Es war zwar kleiner als sein jetziges Häuschen aber nichtsdestotrotz hatte er es gemocht, wie sein jetziges.
Er hockte auf dem Kanapee. Im Kamin flackerte ein wärmendes Feuer und er ließ die letzten so turbulenten Abende an sich vorüberziehen. Schmunzelnd dachte er an Sefira, die unter Mordandrohung nicht wollte, dass er sich Notizen1 machte. An Sanclair, der es immer gelang ihn zum Lachen zu bringen und ihre Neckereien bereiteten ihm sichtliches Vergnügen.
Aber nun, ewig konnte es so nicht weitergehen. So verfiel er auf den Gedanken nach Eichstätt zu ziehen, um zum Angeln zu gehen und um Freunde zu besuchen. Er lud Sanclaire dazu ein, mit zu kommen.
Er stand auf, ging zum Tisch und notierte sich an was er alles denken musste, wenn er in der Früh des kommendes Tages losfahren wollte.
Seine Braune, die mit der Blesse auf der Stirn, hatte er bereits von der Koppel geholt und sie vor einen Planwagen, den er sich beim Bauern ausgeliehen hatte, gespannt.
Der Bauer fragte ihn verwundert ob er umziehen wolle. Worauf er lachend antwortete: „Nee, aber wer weiß, ob der kurze Weg so verläuft, wie ich es mir vorstelle. Sicherheitshalber habe ich so ein rollendes und trockenes Nachtlager bei mir und muss nicht einmal in einer teuren Herberge übernachten.“
Der Wagen und sein Pferd standen bereits vor der Tür und warteten nur darauf, dass es endlich los ging.
1 Anm. des Redakteurs: Bit ließ sich nie davon abhalten, Notizen zu machen.
Simplicius, Schreiberling zu Ansbach am 19. Oktober 1459

