Diverse Änderungen an der Navigation

Zu Ansbach am 08.12.1459

Über den Tag in Eichstätt, gibt es nicht viel zu berichten. Ich begegnete meinen liebenswerten Freundinnen Blanche und Diana. Das Hallo war groß und freudig. Dennoch glaubte ich, es so gegen Abend, das Blanche nicht so recht bei der Sache war.
Die Ursache war schnell gefunden, Blanches Schwester Cyliane lag im Sterben, Wundfieber so ich es verstand. Mit Blanches Ehe stand es auch nicht zum Besten. Ich versuchte sie leidlich trösten. Ob es mir gelang, dass kann nur Blanche selber beurteilen.
Sie kam nicht mehr dazu, denn, wie so oft, Überraschungen passieren, wann immer sie wollen. Als ich mich bereits von Blanche verabschieden wollte, trudelte Issa, die Schwester von Blanche herein.
Was sie zu berichten hatte, war auch nicht die heiterste Geschichte. Es stand jetzt außer Frage, dass sie sich von ihrem Mann trennen wollte, der sie, so sie sagte zutiefst enttäuscht hatte und ihrem Vertrauen einen Hieb versetzt hatte. So tief saß der Hieb, dass die Wunde und der Riss nicht mehr zu heilen waren.
Nachdenklich verließ ich beide und begab mich auf meine Kammer, denn früh am Morgen sollte es weiter gehen nach Ansbach.
Solange ich unterwegs war, bin ich oft mit solchen Schicksalen konfrontiert worden, selbst bei den Franzosen und Spaniern. Es lief nahezu immer nach dem gleichen Schema ab.
Kaum zwanzig Lenze oder noch jünger verlieben sich die Mädels in die vermeintliche große Liebe ihres Lebens. Kurze Zeit später sind sie verlobt. Nach einer Schamfrist verheiratet und dann melden sich schon die ersten Kinder an. Ab da unterliegen sie den drei "K", Kirche, Kinder, Küche. Der Göttergatte geht dann irgendwann seiner eigenen Wege und amüsiert sich außer Haus.
War mir einst ein gleiches Schicksal beschieden, fragte ich mich und schwor mir erneut, nie in eine solch miserable Situation zu geraten. Liebe ja aber keine Knechtschaft.

Mit diesen und ähnlichen Gedanken schlummerte ich ein.
Ohne Hast und Eile erreichten wir anderntags Ansbach.