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Zu Ingolstadt am 04.12.1459 aufgeschrieben von Simplicius

Bit war völlig durchnässt und durchgefroren gegen Mittag erneut in Ingolstadt angekommen.

Nachdem er seine Braune versorgt wusste, suchte er nach einer besuchten Schänke, um was Warmes zu trinken und sich eine kleine Mahlzeit zu gönnen.

Zu mehr hätte es auch nicht gelangt, denn sein Reisesäckel schien einige Löcher aufzuweisen.

Er grinste vor sich hin, als er die Schankstube betrat, und traute seinen Augen nicht, wen er dort inmitten von Weibern vorfand: Uladrak, der alte Freund und Kupferstecher war es. Bit schnappte sich einen Schemel und setzte sich zu ihm. Klar sprachen sie über dies und das und schließlich fragte er ihn nach Evita, die damals in Eich immer nach seinem Geldsäckel schielte. Ula wurde nachdenklich und murmelte sowas wie, dass sie vor wenigen Wochen verschieden sei.

Bit tat das leid und er murmelte ein Beileid.

Weil er so erschöpft von der Reise war, fragte er nach einer bezahlbaren Kammer.

„Oben ist eine frei“, hörte er die Stimme eines der Weiber. Er bedankte sich und sah zu, dass er in die Kammer kam.

Kaum dass er sich ein wenig frisch gemacht hatte, überfiel ihn die Müdigkeit derart, dass er es kaum bis zum Bette schaffte.

Er hüllte sich in eine Decke ein und schlief auch prompt ein.

Bit war zum Friedhof geschlendert, um nach einem Grab oder irgendeinem Hinweis zu suchen, der ihm Aufschluss über das mysteriöse Verschwinden von Aliena geben konnte.

Nachdenklich und scheinbar planlos lief er auf dem Friedhof umher. Er sah sowohl gepflegte als ungepflegte Gräber und Aufschüttungen. Bei einem Grab machte er halt. Der Grabstein sah frisch gesäubert aus und auch ein Herbstgesteck lag an dessen Fuße.

Dem Grabstein entnahm er: "Lil, geboren am 26.01.1428, gestorben am 22.07.1458"

Der Name sagte ihm etwas. Still verharrte er und tauchte mit seinen Gedanken tief in die Vergangenheit zurück. War es jene, die er allein, schwanger und bedrückt in einem Wirtshaus irgendwo in der Gegend um Zwiefalten herum getroffen hatte? Konnte es sein? Der Name hatte sich ihm eingeprägt. Auch Fetzen jenes Abends kamen ihm in den Sinn. Aber war es wirklich jene, die er da im Frühjahr angetroffen hatte, als seine Reise in den Süden ihren Anfang genommen hatte? Schlüssig war er sich nicht.

Bedächtig wandte er sich ab und suchte weiter.

Als es bereits dunkelte, kehrte er ins Dorf zurück. Keine Spur, kein Zeichen, keinen Hinweis hatte er gefunden. Jetzt gab es nur noch zwei Namen: Knoepfchen und Xern. Von Knoepfchen wusste er, dass sie etwas mit dem örtlichen Spital zu tun hatte. Im Wirtshaus war der Name Xern gefallen.

Ins Spital wäre sie sicherlich gebracht worden, wenn es ihr schlecht gegangen wäre. So war es nur allzu folgerichtig, wenn er dort mit der Suche fortfahren würde. Aber was hatte dieser Xern damit zu tun? Im Ort hatte er sich umgehört, aber dieser Xern war nicht anwesend.

Mit diesen und ähnlichen Gedanken im Kopf ging er auf die Stube in der Herberge zurück, wo er sich eingemietet hatte.